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Ausgabe 3

Ausgabe 2

 

Ausgabe 1

 

Bücher zum Thema

 

Das WIFI-Lernbuch
LEbendig und NAchhaltig lernen

 
Dr. Katharina Turecek | Mag. Birgit Peterson
240 Seiten
ISBN 978-3-90211081-7
 
Das e-Book im WKO-Webshop

 

29 Regeln für eine kluge Lehre
Wie man lehrt, ohne zu belehren. Das LENA-Modell

 
Univ.-Prof. Dr. Rolf Arnold
In Kooperation mit dem Auer Verlag
ISBN: 978-3-902110-82-4
 
Das Buch im WKO-Webshop

 

Informationschreiben an Trainer zum Thema LENA:

 

WIFI-Lernmodell LENA: Lebendig und nachhaltig!

Sehr geehrte Trainerin, sehr geehrter Trainer,Wie sind Lernprozesse zu gestalten, damit Lernen lebendig und nachhaltig gelingen kann? Gemeinsam mit Univ.-Prof. Dr. Rolf Arnold von der TU Kaiserslautern, einem der international führenden Experten für Berufs- und Erwachsenenpädagogik, sind wir dieser Frage intensiv nachgegangen. Nach mehreren wissenschaftlich begleiteten Workshops, internen Strategiemeetings und dem laufenden Erfahrungsaustausch mit Trainerinnen und Trainern ist es nun „geboren“: das WIFI-Lernmodell LENA.

Es handelt sich dabei um ein neues Lernverständnis: Wir rücken die Lernenden, ihre Lernprozesse und vor allem die Stärkung ihrer Selbstlernkompetenz in den Mittelpunkt. Denn genau diese Lernkompetenz, also die Fähigkeit, sich laufend selbst neues Wissen und neue Fähigkeiten aneignen zu können, ist in der Wirtschaftswelt eine Schlüsselqualifikation. Wissen und Know-how waren auch bisher wichtig, aber heute, mitten im Strukturwandel zur wissensbasierten Dienstleistungsgesellschaft, geht es um viel mehr: Um die Stärkung der eigenen Kräfte, die Motivation, Dinge selbstständig voranzutreiben, und das „Know how to do“.

Trainer/innen sind Lernbegleiter/innen

Ihnen, liebe Trainerinnen und Trainer, kommt dabei eine Schlüsselrolle zu: Sie sind es, die mit Ihrer professionellen Erfahrung das neue Lernen mitgestalten und mit Leben erfüllen. Ihre Rolle entwickelt sich weiter zum/zur Lernbegleiter/in, der/die den Lernenden mit Wertschätzung gegenübertritt und eine motivierende Lernumgebung schafft. Viele von Ihnen nutzen bereits jetzt Lernmethoden, die dazu anregen, sich Inhalte selbst zu erarbeiten. Das WIFI-Lernmodell LENA gibt diesen Methoden einen neuen Rahmen und ermöglicht Ihnen eine individuelle Erweiterung Ihrer Kompetenzen. Selbstverständlich ist das WIFI-Lernmodell LENA kein abgeschlossenes Projekt, sondern eine Haltung, die uns als führenden Partner für berufliche Weiterbildung begleitet. Treten Sie mit uns ein in die Zukunft des Lernens – das WIFI unterstützt Sie dabei. Diese Broschüre gibt Ihnen dazu erste Einblicke.

 

Interview mit Prof. Rolf Arnold:

 

Prof. Rolf Arnold: "Selbstgesteuert statt "berieselt""

Die Presse-Interview mit Prof. Arnold und WIFI-Trainerin Susanne Czachs

Univ.-Prof. Dr. Rolf Arnold ist Professor für Berufs- und Erwachsenenpädagogik an der TU Kaiserslautern und einer der international führenden Experten in diesem Bereich.  Er steht für eine systemisch-konstruktivistische Konzeption von Lernen und Veränderung und begleitet das WIFI wissenschaftlich bei der Entwicklung des neuen Lernmodells.

Weiterbildung: Selbstgesteuert statt »berieselt«

»Es ist eine Illusion, dass gelernt wird, wenn gelehrt wird«, stellt Bildungsexperte Rolf Arnold klar. Von Nikolaus Koller (Die Presse).

Reines Dozieren ist passé, Interaktion ist beim neuen Wifi-Lernkonzept gefragt. „Die Teilnehmer stehen im Mittelpunkt. Sie sind aktiv und arbeiten selbstgesteuert. Als Lehrer kann man Lernprozesse nicht von außen initiieren, daher ist es wichtig, dass die Teilnehmer selbsttätig im Seminar sind“, sagt Susanne Czachs. Die gebürtige Niederösterreicherin arbeitet als Erwachsenenbildnerin für das Wifi. Dort vermittelt sie den Kursteilnehmern vor allem Sprachkenntnisse. Als klassische Lehrerin, die mit ihren Schülern Vokabeln büffelt, sieht sie sich nicht. „Wir als Vortragende bieten den Rahmen und alle Möglichkeiten, doch lernen können die Teilnehmer nur selbst“, ist Czachs überzeugt.

Die junge Frau vermittelt ein neues Bild der Pädagogik, in dem für uniforme Vorträge und Seminarangebote von der Stange kein Platz mehr ist. Maßanfertigung ist angesagt. „Das Seminargeschehen ändert sich, da man nicht mehr davon ausgehen kann, dass man eine Mappe vorbereitet mit Unterlagen und diese über Jahre hinweg immer wieder in der gewohnten Art einsetzt“, betont die Wifi-Trainerin: „Man konzentriert sich verstärkt auf die Bedürfnisse der Teilnehmer und bietet ihnen im vorgegebenen Rahmen Mittel und Möglichkeiten an, um ihre Lernprozesse zu unterstützen.“

Trend »Kompetenzorientierung«

„Kompetenzorientierung“ nennt Rolf Arnold, Professor für Berufs- und Erwachsenenpädagogik an der TU Kaiserslautern, diesen von Czachs beschriebenen Trend. „In der Erwachsenenbildung wird nicht mehr so stark auf den Input, sondern auf den Output Wert gelegt. Entscheidend ist, was bei einem Seminar herauskommt“, so der international renommierte Experte. Arnold hat in Zusammenarbeit mit dem Wifi „Lena“ entwickelt: Mit diesem neuen Lernkonzept soll dem Trend der Kompetenzorientierung Rechnung getragen werden. Czachs ist eine jener Trainer, die das Konzept bereits in ihren Seminaren umsetzt. Damit folgt Arnold auch Ergebnissen aus der Hirn- und Emotionsforschung, wonach es die Entscheidung des Menschen sei, ob er lernen möchte. „Verabschieden wir uns von allen Illusionen, dass, wenn gelehrt wird, auch gelernt wird.“

Die systemische Forschung sage, dass man einem Menschen nichts beibringen könne. „Man kann eine Wohnung, vielleicht sogar eine Ehe, aber sicherlich keinen Inhalt vermitteln“, ist der Bildungsexperte überzeugt. Erzwungen könne gar nichts werden, vielmehr müsse man auf „fruchtbare Momente“ hoffen. In diesen öffne sich der Kursteilnehmer. Die Aufgabe des Trainers sei es, möglichst viele dieser „Zeitfenster“ zu öffnen. Wertschätzung gegenüber dem Seminarteilnehmer, offene Kommunikation und Respekt seien dafür notwendig, ist Arnold überzeugt.

Unterschiedliche Reaktionen

Aber wie nehmen die Kursteilnehmer den neuen Zugang auf? „Je nachdem wie hoch selbstgesteuert und autonom Teilnehmer bereits in Seminaren agieren, sind die Reaktionen unterschiedlich“, berichtet Czachs aus ihrer Unterrichtserfahrung: „Je weniger Erfahrung Teilnehmer bereits gemacht haben, umso ungewohnter ist es für sie.“ Daher sei es wichtig, so die Trainerin, die Kursteilnehmer langsam an die neue Lernmethode hinzuführen.

Wenn sich allerdings Lernerfolge einstellen, stiegen auch bei den Teilnehmern die Motivation und somit das Interesse für „selbstgesteuertes Lernen“.

Dieser Zugang sei vor allem bei jenen Teilnehmern notwendig, die sich „im Seminar berieseln lassen wollen“, so Czachs. Durch ein langsames Hinführen und mehr Selbstvertrauen wird die Akzeptanz höher, aber natürlich kommen oftmals Teilnehmer, welche erwarten, dass sie im Seminar sitzen und sich „berieseln“ lassen können. So habe ihr eine Teilnehmerin einmal in einer Kurspause gesagt, dass sie den Zugang sehr schätze, aber „manchmal würde ich mir wünschen, dass wir einfach nur dasitzen und uns berieseln lassen können. Es ist schon sehr anstrengend, immer selbst etwas tun zu müssen.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.09.2010)